Die Vereinsgründung - Worauf es ankommt!


Einen Verein gründen - das Wichtigste in Kürze

Wenn die Voraussetzungen erfüllt sind, einen Verein gründen zu dürfen, wird nach Einigung der Gründer das Gründungsverfahren eingeleitet. Der Verein wird ins Vereinsregister eingetragen sowie eine Gründungsversammlung die Vereinsgründung offiziell macht.

 

  • Wir erklären Ihnen, wann Sie einen Verein gründen dürfen, wie das Gründungsverfahren abläuft und welche Vorteile die Vereinsgründung mit sich bringt.

 

Wie gründe ich einen Verein und worauf sollte man achten?

1. Vor dem Gründungsverfahren

Vor der eigentlichen Vereinsgründung müssen gewisse Anforderungen (BGB) eingehalten werden. Generell muss die Bestimmung des Vereins auf eine nicht wirtschaftliche Tätigkeit ausgerichtet sein. Dieser muss in der Vereinssatzung (sog. Satzung) angegeben werden, wodurch geprüft werden kann, um welche Art von Vereinstätigkeit es sich handelt. Eine wirtschaftliche Tätigkeit liegt erst dann vor, wenn ein auf Dauer angelegtes planmäßiges Handeln zu Vermögen oder anderen wirtschaftlichen Vorteilen führt. Als Nebenzweck darf der Verein auch wirtschaftliche tätig sein - hierzu zählen z.B. Vereinsfeste mit Festbetrieb oder Veranstaltungen mit Eintrittsgeldern.

Des Weiteren benötigt der Verein zum Gründungszeitpunkt mindestens sieben Mitglieder. Die Mitglieder können natürliche oder juristische Personen sein. Daneben sind auch nicht rechtsfähige Vereine oder Gesellschaften bürgerlichen Rechts denkbar.

Die letzten Anforderungen gelten Satzung des Vereins, der sog. Vereinssatzung. In dieser sind alle für das Vereinsleben wichtigen Grundentscheidungen zu treffen. Diese muss einen Hinweis dazu enthalten, dass der Verein eingetragen werden soll.

2. Das Gründungsverfahren

An das Verfahren für die Vereinsgründung werden keine besonderen Regelungen gestellt. Es wird dennoch grundsätzlich in zwei Schritten durchgeführt: Die Einigung der Gründer inkl. das Gründungsverfahren und die Eintragung des Vereins in das Register.

Die Vereinsgründung startet mit einer Gründungsversammlung, die keine formellen Vorgaben einhalten muss. In dieser wird die Satzung festgelegt und der erste Vorstand wird bestimmt. Die Vorlage einer schriftlichen Satzung ist verpflichtend. Diese muss von den min. sieben Gründungsmitgliedern unterschrieben werden. Daneben wird meist die Vorlage eines Wahlprotokolls gefordert, welches die Wahl des Vorstandes enthält.


Empfehlung zur Vereinsgründung:

Der Vorstand sollte von den Gründungsmitgliedern dazu ermächtigt werden, den Wortlaut der Satzung anzupassen, sofern dies eine Beanstandung des Registergerichts erfordert. Eine erneute Gründungsversammlung im Verein kann dadurch in vielen Fällen vermieden werden. Grundentscheidungen der Vereinsgründung sind hiervon ausgenommen.


 

3. Eintragung in das Vereinsregister

Die Eintragung eines Vereins erfolgt in drei Schritten beim örtlich zuständigen Amtsgericht: Die Vereinsanmeldung durch den Vorstand, die Prüfung durch das Amt und Erfassung in das Vereinsregister.

 

a) Vereinsregisteranmeldung

Der Vorstand, welcher durch die Mitglieder gewählt wurde, muss die Anmeldung für den Eintrag in das Vereinsregister in vertretungsberechtigter Zahl vornehmen. Hierzu ist in der Regel ein Notar notwendig, da die Unterschriften in den meisten Bundesländern notariell beglaubigt werden müssen. Für die Vereinsregisteranmeldung kann unser Musterdokument „Vereinsanmeldung“ (PDF) verwendet werden.
Für den gesamten Prozess der Vereinsgründung – vom Verfassen der Anmeldung, über deren Einreichung beim Amtsgericht bis hin zur Benachrichtigung über die erfolgreiche Eintragung – kann alternativ auch ein Notar beauftragt werden. Dies verursacht jedoch meist erhebliche Kosten weswegen versucht wird bei der Gründung eines Vereins diesen Schritt zum umgehen.

 


Folgende Dokumente sind für die Gründung eines Vereins erforderlich:


b) Prüfung durch das Amtsgericht

Das Finanzamt prüft nach Eingang der Anmeldung, ob alle Unterlagen vollständig sind und die Voraussetzungen für eine Vereinsgründung erfüllt werden:

  • Mindestens 7 Gründungsmitglieder
  • Vollständige Besetzung des Vorstandes
  • Erfüllung der Anforderungen gemäß § 58 BGB an die Vereinssatzung
  • Ordnungsgemäße Durchführung der Gründungsversammlung
  • Keine überwiegend wirtschaftliche Tätigkeit

Auftretende kleinere Mängel teilt das Registergericht dem Verein mit und setzt eine Frist für deren Beseitigung. Im Falle von schwerwiegenden Mängeln wird die Vereinsgründung kostenpflichtig zurückgewiesen. Eine Ablehnung kann zum Beispiel aus einer überwiegend wirtschaftlichen Tätigkeit des Vereins resultieren.  

c) Eintragung - die Vereinsgründung

Bei einer erfolgreichen Prüfung erfolgt die Eintragung ins Vereinsregister. Dort aufgeführt werden der Name und Sitz des Vereins, die Mitglieder des Vorstands, vertretungsberechtige Vorstandsmitglieder sowie der Tag der Vereinsgründung. Der Verein erhält einen Registerauszug, welcher den e.V. Status nachweist und die Gründung des Vereins abschließt. Dieser Nachweis wird z. B. von Banken zur Eröffnung eines Vereinskontos verlangt sowie für die Erlangung der Gemeinnützigkeit

 


Wichtige Info zur Vereinsgründung:

Die Vereinsgründung sollte dem zuständigen Finanzamt innerhalb eines Monats nach Eintragung mittgeteilt werden. Beim Finanzamt erfolgt ebenfalls die Beantragung der Gemeinnützigkeit.

 


 

4. Vorverein

In der Zeit zwischen der Einigung der Gründer und der tatsächlichen Zulassung des Vereins wird juristisch von einem Vor-Verein gesprochen. Diese Art Vereine ist bereits dazu berechtigt Geschäfte abzuschließen und Vermögen zu erwerben. Wichtig ist dennoch zu beachten, dass bis zur Eintragung, bzw. bis zur eigentlichen Vereinsgründung der Vorstand persönlich haften kann (§54 BGB). Dies ist der Fall, wenn der Verein nicht eingetragen wird.

Als Vor-Verein wird daher ein neu gegründeter Verein bezeichnet, der die Erlangung der Rechtsfähigkeit anstrebt und dessen Vorstand haftbar ist.


Vereinsgründung - Die Vorteile

Welche Vorteile hat es einen Verein zu gründen?

  • Mitglieder haften nicht persönlich für Verbindlichkeiten des e.V.
  • Der e.V. hat eine demokratische Organisationsform
  • Die Kosten für eine Gründung sind niedrig (ca. 100 Euro)
  • Kein Startkapital wird benötigt
  • Flexibilität des Gesetzes bietet Gestaltungsspielraum