Steuererklärung im Verein


Vereine sind verpflichtet Steuererklärungen für Ihre Körperschaft abgeben. Gemeinnützige Vereine hingegen sind von der Körperschaftssteuer befreit - müssen diese also nicht einreichen. Unabhängig von der Gemeinnützigkeit wird jedoch das Formular Gem1 benötigt.

 

  • Wir klären Sie darüber auf, wann ein Verein Steuern zahlen muss, was es bei der Steuererklärung für Vereine zu beachten gibt - und welche Formulare Sie einreichen müssen

 

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1. Muss ein Verein Steuern zahlen?

Die Anerkennung der Gemeinnützigkeit ist ein großer Vorteil im Ehrenamt, da Vereine durch diesen Status besonderen Regelungen bei der Besteuerung unterliegen, insbesondere können sich Einsparung im Bereich der Körperschafts-, Gewerbe- und Umsatzsteuer ergeben und somit keine oder nur ermäßigte Steuerabgaben fällig werden.

 

Diese Steuervergünstigung gilt jedoch nicht für alle Einkünfte des Vereins, sondern nur für diejenigen, die der Satzung nach innerhalb des steuerbegünstigten Vereinszwecks, also dem Ehrenamt, liegen. 

 

a) Doch wann liegt eine Gemeinnützigkeit vor?

Ein gemeinnütziger Zweck liegt vor, wenn der Zweckbetrieb des Vereins darauf ausgerichtet ist, die Allgemeinheit selbstlos zu fördern - auf materiellem, geistigem oder sittlichem Gebiet. Hierunter fallen z.B.

  1. die Förderung der Jugend- und Altenhilfe,
  2. Förderung von Kunst und Kultur oder
  3. die Förderung von Sport.

 

Welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen, damit der Geschäftsbetrieb den Status der Gemeinnützigkeit erlangt und in welche Tätigkeitsbereiche diese unterteilt werden, finden Sie in unserem Artikel „Erlangung der Gemeinnützigkeit“.

 

 

b) Was gehört zu den wirtschaftlichen Tätigkeiten im Verein?

In erster Linie werden die wirtschaftlichen Tätigkeiten und die damit verbundenen Einnahmen, die der Verein erzielt, überprüft – bspw. Eintritt für Sport-Veranstaltungen. Abhängig von der Zielsetzung werden Vereine steuerlich unterschiedlich veranlagt – und müssen ggf. Steuern zahlen.

Steuerberatung für Vereine & Verbände

 

Das Steuerrecht für gemeinnützige Vereine ist kompliziert. Körperschafts-, Umsatz- sowie Lohnsteuer sind zu berücksichtigen. Ist der Verein oder Verband jedoch gemeinnützig, gibt es auch hier Besonderheiten.

Lassen Sie sich zu steuerlichen und finanziellen Themen beraten, sodass Sie sich auf die Vereinsarbeit konzentrieren können. Wir beraten Sie zur steuerlichen Deklaration, Umsatzsteuier im Verein und vertreten Sie gegenüber der Finanzverwaltung.

 

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2. Welche Unterlagen sind bei Steuererklärungen im Verein abzugeben?

a) Mindestanforderung an Unterlagen

Bei der Erstellung und Abgabe der Steuererklärung für Vereine müssen diese darauf achten, die folgenden Unterlagen für das Finanzamt bereit zu stellen:

 

  1. Spendenbescheinigungen
  2. Einnahmen-, Ausgabenrechnungen
  3. Einkommensnachweise sowie Nachweise über Ausgaben
  4. Nachweis über die Gemeinnützigkeit
  5. Anlage EÜR bei Jahresumsatz unter 35.000 Euro
  6. Bilanz bei Buchführungspflicht

 

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b) Formulare für die Steuererklärung im Verein

Bei der Steuererklärung für Vereine ist der Vordruck KSt 1B abzugeben sowie die angehänte Gemeinnützigkeitserklärung Gem 1 auszufüllen. Vereine, die Arbeitnehmer beschäftigen, müssen regelmäßig Lohnsteuerbescheinigungen für ihre Angestellten abführen.

 

Des Weiteren müssen Steuerformulare wie die Körperschaftssteuererklärung, u.ä. sowie Bilanzen elektronisch an das Finanzamt übermittelt werden.

 

 

c) Anlagen Gem 1 & Gem 1A

Unabhängig von der gemeinnützigen Arbeit, wird für die korrekte Bearbeitung der für den Verein relevante Steuererklärung (bzw. Körperschaftssteuererklärung) immer das vom Finanzamt vorgeschriebene Formular Gem 1 (beim Sport auch Gem 1A) benötigt. Auch muss die Satzung beigefügt werden.

 

Gemeinnützige Vereine geben i.d.R. keine Steuererklärung ab, aber – auch wenn sonst keine Steuererklärungen abzugeben sind – den ausgefüllten Vordruck Gem 1 (beim Sport-Verein zusätzlich Gem 1A) müssen sie einreichen. Anhand dieser Angaben prüft das Finanzamt, inwieweit die Voraussetzungen für die Gewährung der Gemeinnützigkeit und somit die Gewährung einer besonderen Steuerklasse bei dem gemeinnützigen Verein noch gegeben sind.

 

 

d) Steuererklärung für Vereine - alle drei Jahre wieder:

Der Freistellungsbescheid bestätigt die Gemeinnützigkeit des Vereins. Mit dem Ausstellungsdatum beträgt die Gültigkeit des Freistellungsbescheides i.d.R. fünf Jahre. Dann muss der Verein Steuererklärungen nur noch alle drei Jahre einreichen. Wichtig ist jedoch, dass die Angaben zu den Steuern den gesamten Zeitraum der zurückliegenden drei Jahre abdecken.

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Worauf ist bei der Steuererklärung im Verein zu achten?

Gemeinnützige Vereine werden hinsichtlich der Körperschaftsteuer und Gewerbesteuer nur alle drei Jahre daraufhin überprüft, ob die Voraussetzungen für die Steuerbefreiung (noch) gegeben sind. Vereine geben aber i.d.R. keine Steuererklärung ab - insbesondere die Körperschaftssteuererklärung entfällt.

 

Wenn ein (gemeinnütziger) Verein aber steuerpflichtig wird, weil die Grenze zum wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb überschritten ist, muss der Verein regelmäßig Steuererklärungen der entsprechenden Steuerklasse abgeben und die Steuern fristgerecht abführen. Gleiches gilt, wenn Mitarbeiter beschäftigt werden (Lohnsteueranmeldung).

 

  1. Körperschaftssteuer - Vorteile bei Gemeinnützigkeit

Die Körperschaftssteuer von Vereinen ist mit der Besteuerung von Unternehmen mit der Einkommensteuer vergleichbar – somit muss erstmal eine Körperschaftssteuererklärung abgegeben werden. Gemeinnützige Vereine brauchen jedoch keine Körperschaftsteuererklärung abzugeben, wenn die Einnahmen aus dem wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb die Grenze von 35.000 Euro nicht überschritten wird.

 

In jedem Fall aber muss ein gemeinnütziger Verein die Gem-1-Erklärung (Sport-Vereine zusätzlich Gem 1A) für Steuern abgeben. Hierzu werden Sie in der Regel alle drei Jahre vom Finanzamt aufgefordert. Der Schwerpunkt für die Körperschaftsteuererklärung des Vereinsliegt dann aber auf dem letzten Geschäftsjahr.
 

 

  1. Gewerbesteuer - Steuererklärung Verein

Genauso wie für Unternehmen gilt auch für einen gemeinnützigen Vereine eine steuerfreie Umsatzgrenze von 35.000 Euro auf die Gewerbesteuer – somit rutscht der Verein in eine besondere Steuerklasse. Demnach müssen gemeinnützige Vereine, die mit einer Gewinnabsicht Einkünfte erzielen, keine Gewerbesteuern bezahlen, solange ihre Umsätze unterhalb der Umsatzgrenze liegen. 

 

 

  1. Umsatzsteuer - für alle das Gleiche

Auch für einen (gemeinnützigen) Verein gelten hinsichtlich der Regelungen über die vereinnahmte Umsatzsteuer dieselben Vorgaben wie für Unternehmen. Erzielen Vereine Einnahmen aus unternehmerischem Handeln, wie zum Beispiel über den Verkauf von Vereinsartikeln, über Bewirtung oder Sport-Events, dann ist auch der Verein verpflichtet, auf seine Leistungen Mehrwert-Steuern zu erheben und an das Finanzamt auszubezahlen.

 

Für Vereine gelten grundsätzlich zwei Regelsteuersätze:

 

  • 7% Steuersatz für Umsätze aus dem Zweckbetrieb des Vereins (besondere Steuerklasse)
  • 19% für Umsätze aus dem wirtschaftlichen Betrieb des Vereins (z.B. Sport-Turnier)

 

Überschreitet der Verein die Kleinunternehmergrenze – egal ob Gemeinnützigkeit zu Grunde liegt oder nicht – muss er eine Umsatz-Steuererklärung abgeben. Liegt die Umsatzsteuer-Zahllast jährlich über 1.000€, müssen Vereine eine vierteljährliche Umsatzsteuer-Voranmeldung abgeben – auch ein gemeinnütziger Verein. Bei einer Steuerschuld von über 7.500€, muss der Vorstand die Voranmeldungen dieser Steuern monatlich eingereicht werden.

 

  1. Lohnsteuer - Steuern für Vereinsmitglieder

Auch gemeinnützige Vereine müssen Lohnsteuer für ihre Mitarbeiter bezahlen. Daraus ergeben sich steuerliche Pflichten für Vereine, wie zum Beispiel die Einrichtung von Lohnkonten, die Abgaben von Sozialversicherungsbeiträgen und der Einbehalt von Lohnsteuer mit der Erstellung der entsprechenden Lohnsteuererklärung.

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