Überblick der Vereinsformen


Welche verschiedenen Vereinsformen gibt es?

Laut den Vorschriften des BGB und der allgemeinen Rechtsprechung in Deutschland ist ein Verein

  • ein auf Dauer angelegter Zusammenschluss von Personen,
  • unabhängig vom Wechsel der Mitglieder,
  • zur Verwirklichung eines gemeinsamen Zwecks mit körperschaftlicher Verfassung.

Dennoch gibt es innerhalb des Vereinsbegriffs relevante Unterschiede. So kann ein Verein einen wirtschaftlichen oder nicht wirtschaftlichen Zweck verfolgen und im Vereinsregister eingetragen sein oder nicht. Die verschiedenen Formen werden nachfolgend genauer erläutert.


Der altrechtliche Verein

Ein altrechtlicher Verein wurde vor 1900 gegründet, also vor Inkrafttreten des BGB. Diese sind nicht im Vereinsregister eingetragen und werden somit auch nicht durch dieses beaufsichtigt. Im Rechtsverkehr mit einem altrechtlichen Verein wird eine offizielle Vertretungsbescheinigung benötigt, da es hier keinen Registerauszug gibt. Diese Form existiert jedoch nur noch in seltenen Fällen.


Wirtschaftliche und nicht wirtschaftliche Vereine

Der wirtschaftliche Verein tritt heutzutage nur noch selten auf. Hierbei ist der Zweck auf einen wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb ausgerichtet (§22 BGB). Hat der Verein hingegen einen nicht wirtschaftlichen Zweck ist er ein sogenannter Idealverein, der nicht darauf ausgelegt ist, die wirtschaftlichen Belange seiner Mitglieder zu fördern (§21 BGB). Zu beachten gilt, dass ein nicht wirtschaftlicher Verein nicht automatisch auch ein gemeinnütziger Verein ist. Die Gemeinnützigkeit muss separat beantragt werden.


Eingetragene und nicht eingetragene Vereine

Die Rechtsfähigkeit erlangt ein Verein durch die Eintragung ins Vereinsregister (dadurch wird der Status e. V. erlangt). Ins Vereinsregister kann jedoch nur der nicht wirtschaftliche Verein eingetragen werden. Der wirtschaftliche Verein erlangt die Rechtsfähigkeit durch staatliche Verleihung. Die Verleihung steht dem Land zu, in dessen Gebiet der Verein seinen Sitz hat. Hier sollte überzeugend dargestellt werden, warum für den Verein keine andere Rechtsform gewählt werden kann. Dies hat in den wenigsten Fällen Erfolg. Mittlerweile werden fast ausschließlich Forstbetriebsgemeinschaften angenommen. Wird ein Verein nicht eingetragen, zählt dieser als nicht rechtsfähiger Verein (§54 BGB). 


Weitere Rechtsformen

  • Verband:
    Bei einem Verband handelt es sich meist um einen Verein, der andere Organisationen wie Unternehmen oder Vereine als Mitglieder hat. Daher gibt es für den Verband als solchen keine eigene Rechtsform.

  • Dachverband:
    Der Dachverband bietet einen Ausnahmefall. Als Dachverband bezeichnet man den Zusammenschluss von einzelnen Organisationen oder auch Verbänden, die sich thematisch einander zuordnen lassen und die gleichen Ziele verfolgen. Er kann gemeinnützig sein, selbst wenn einzelne Mitgliedskörperschaften nicht gemeinnützig sind.

  • Fördervereine:
    Für Fördervereine, die sich auch als „Freundeskreis“ bezeichnen, gilt dasselbe. Ein Förderverein besitzt zwar eine gemeinnützigkeitsrechtliche Besonderheit, gilt aber ansonsten als gewöhnlicher Verein und stellt auch zivilrechtlich keine Sonderform dar. Die Besonderheit liegt lediglich im Steuerrecht: Der Förderverein hat hier eine Ausnahme im gemeinnützigkeitsrechtlichen Grundsatz der Unmittelbarkeit. Fördervereine beschaffen nur Mittel für öffentlich-rechtliche Körperschaften oder andere gemeinnützige Vereine, statt selbst aktiv im Sinne ihrer Satzung zu handeln. Diese wiederum dürfen die Mittel nur für steuerbegünstigte Zwecke einsetzen. Es ist irrelevant, in welcher Form solche Mittel weitergegeben werden. Zulässig sind unter anderem Sachgüter, Geldzuwendungen oder die Bewilligung von Darlehen.

    In der Regel unterstützen die typischen Fördervereine vor allem andere Vereine, aber auch Kindergärten, Schulen und Universitäten sowie Kultur- und Forschungseinrichtungen.

  • Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR):
    Für erwerbswirtschaftliche Zwecke ist ein e.V. ausgeschlossen, da er nicht wirtschaftlich tätig sein darf. Hier ist die Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) eine gute Alternative. Der Nachteil liegt allerdings darin, dass die Mitglieder persönlich haften. Aufgrund dieser wirtschaftlichen Einschränkung kommt es immer wieder vor, dass sogenannte „Doppelstrukturen“ auftreten. Das ist der Fall, wenn es neben dem Verein noch eine wirtschaftliche Organisation, wie zum Beispiel eine GmbH oder eine GbR gibt, und diese dann Träger der wirtschaftlichen Tätigkeit ist. Ein Beispiel hierfür ist eine Organisation, deren Gastronomie privat oder von einer externen Firma bewirtschaftet wird.

  • Unternehmensgesellschaft (UG):
    Eine Alternative zum Verein stellt auch die Unternehmergesellschaft (UG) dar. Diese kann mit einem geringen Stammkapital ins Leben gerufen werden. Sollte irgendwann der Wunsch aufkommen, aus der UG eine GmbH zu machen, so muss das Stammkapital mindestens 25.000 € betragen.