Vereinsspenden


Vereinsspenden – das Wichtigste in Kürze

Für gemeinnützige Vereine sind Spenden eine willkommene Einnahmequelle. Der Verein muss diese nicht versteuern und kann sie sogar -falls ausdrücklich vom Spender vorgesehen- zur Vermögensbildung verwenden. Der Spender profitiert in Form der steuerlichen Absetzbarkeit als Sonderausgabe von seiner Spende. Dazu benötigt der Spender eine Spendenbescheinigung, welche  ausschließlich von gemeinnützigen Vereinen ausgestellt werden kann. Hierbei gilt es bestimmte Kritieren zu beachten, die im Folgenden erläutert werden.

 


Spendenarten

Spenden sind freiwillige Abgaben, für die im Gegensatz zum Sponsoring keine Gegenleistung erwartet wird. Man kann vier Arten von Spenden unterscheiden:

Geldspende

Geldüberweisungen oder Übergaben von Bargeld, die der Spender freiwillig und unentgeltlich abgibt, werden als Geldspende bezeichnet. Dabei muss der erhaltene Betrag auf einer Spendenbescheinigung korrekt ausgewiesen werden. Insbesondere bei der Geldspende sollte der Verein darauf achten, dass Name, Vorname und die Adresse des Spenders auf der Spendenbescheinigung richtig vermerkt sind. Erhält der Verein eine Spende von einer Firma, muss die Spendenbescheinigung auf den Namen des Unternehmens ausgestellt werden.

Sachspende

Erhält ein gemeinnütziger Verein Sachspenden in Form von Gebrauchsgegenständen (z.B. Kleidung oder Spielzeug), muss in der Spendenbescheinigung der Wert der Spende aufgeführt werden und Angaben zur Wertermittlung gemacht werden machen. Ist die Sache beispielsweise neuwertig, kann die Rechnung beigefügt werden. Ist sie gebraucht, muss der Verein den gegenwärtigen Verkaufswert unter Berücksichtigung des Alters, Kaufpreises und der Abnutzung schätzen. Hierfür können amtliche Abschreibungstabellen (AfA-Tabellen) zur Orientierung herangezogen werden.

Aufwandsspende

Spenden in Form von Ausgaben zu Gunsten des Vereins werden als Aufwandsspende bezeichnet. Dazu gehören zum Beispiel Fahrten mit dem eigenen Pkw für Vereinszwecke oder Bürobedarf und Porto. Bei einer Aufwandsspende verzichtet der Spender auf die Erstattung der Ausgaben und erhält dafür eine Spendenbescheinigung.

Wichtig: Der Anspruch auf Erstattung der Kosten muss in der Vereinssatzung festgehalten oder schriftlich in einem Vertrag geregelt sein.

 

Vergütungsspende

Spenden in Form von Arbeitszeit für den Verein werden als Vergütungsspende bezeichnet. Der Spender schenkt dem Verein seine eingebrachte Arbeitszeit und verzichtet auf seine Lohnentschädigung. Dies kann er später in mit Hilfe der Spendenbescheinigung der Steuererklärung als Sonderausgabe auflisten und ggf. von der Steuer absetzen.

Wichtig: Die Person hat im Vorfeld Ihrer Tätigkeit schriftlich mit dem Verein eine angemessene Vergütung vereinbart – und verzichtet erst im Nachhinein auf das Geld.


Spendenbescheinigung

Gemeinnützige Vereine sind berechtigt, dem Spender für die Spenden Nachweise, eine sogenannte Zuwendungsbestätigung, auszustellen. Im allgemeinen Sprachgebrauch werden diese auch als Spendenquittung oder Spendenbescheinigung bezeichnet. Der Spender benötigt diese, um die Spende von der Steuer absetzen zu können. Spenden an gemeinnützige Vereine kann der Spender in seiner Einkommenssteuererklärung geltend machen (§10b EstG). Spenden sind bis zu 20 Prozent des Gesamtbetrags der Einkünfte als Sonderausgaben in der Steuererklärung absetzbar.

 

Aufbau einer Spendenbescheinigung

Die Spender sind darauf angewiesen, vom Verein eine korrekt ausgefüllte Spendenbescheinigung zu erhalten. Beim Erstellen der Spenden muss der Verein grundsätzlich die von der Finanzverwaltung bereitgestellten Muster verwendet werden. Die Finanzministerien der Bundesländer geben genaue Kriterien vor und stellen auf ihren Websites Mustervorlagen zur Verfügung, in die der Verein nur noch seine Daten eintragen muss. Je nach Spendenart und Spender gibt es unterschiedliche Musterdokumente.

Die wichtigsten Angaben sind:

  • Name & Vorname des Spenders
  • Adresse des Spenders
  • das Datum der Spende
  • der Betrag (Geldspende) bzw. der Wert (Sachspende)
  • Datum und Aktenzeichen des Freistellungsbescheids

Beim Ausstellen ist größte Sorgfalt geboten, da der Verein für die Richtigkeit der Angaben haftet. Es ist zu beachten, dass nicht nur die Wortwahl, sondern auch die Reihenfolge des amtlichen Musters in der Spendenbescheinigung beibehalten werden muss. Die Bescheinigung darf weder umformuliert, noch ergänzt werden. Außerdem darf sie nicht mehr als eine DIN A4-Seite umfassen. Lediglich die Rückseite der Spendenbescheinigung ist dem Verein zur freien Gestaltung überlassen. Hier bietet es sich an, auf den gemeinnützigen Vereinszweck hinzuweisen.

Des Weiteren muss der Betrag von Spenden sowohl in Ziffern, als auch in Buchstaben benannt werden sowie Sie auf der Bestätigung Angaben zu dem erteilten Freistellungsbescheid machen müssen (Datum und Aktenzeichen des Bescheids).

 

Welche Vereine dürfen Spendenbescheinigung ausstellen?

Vereine dürfen nur dann Spendenbescheinigungen ausstellen, wenn sie als steuerbegünstigt anerkannt sind, weil sie gemeinnützige, mildtätige oder kirchliche Zwecke verfolgen. Anders gesagt: Nur diejenigen Vereine, die einen Nachweis über Gemeinnützigkeit haben, sind berechtigt, Spendenbescheinigungen ausstellen. Dieser Nachweis wird vom Finanzamt ausgestellt und nennt sich Freistellungsbescheid. 

 

Wer darf die Bescheinigungen ausstellen?

Die Spendenbescheinigung muss von mindestens einer durch die Satzung oder Auftrag zur Entgegennahme von Zahlungen berechtigte Person (i.d.R. der Vorstand, sein Stellvertreter oder der Kassenwart) unterschrieben werden. In der Mitgliederversammlung kann auch beschlossenen werden, dass andere Mitglieder Spendenbescheinigungen ausstellen dürfen. In Ausnahmefällen können Spendenbescheinigungen auch maschinell ohne eigenhändige Unterschrift erstellt werden.

 

Müssen die Bescheinigungen aufbewahrt werden?

Ja, denn der Verein ist verpflichtet, den Erhalt der Spenden und anderer Zuwendungen (z.B. Erbschaft) ordnungsgemäß aufzuzeichnen und eine Kopie der Zuwendungsbescheinigungen aufzubewahren. Eine Aufbewahrung in elektronischer Form ist zulässig.

 


Konsequenzen bei falsch ausgestellten Spendenbescheinigungen / unzulässiger Spendenverwendung

Werden Spendenbescheinigungen falsch ausgestellt oder Spendenmittel unzulässig verwendet, haftet der Verein für die entgangenen Steuern mit pauschal 30% der Spendenbeträge. Bei einer Fehlverwendung der Spendenmittel können die Vorstandsmitglieder sogar mit ihrem Privatvermögen haften. Neben den Steuernachzahlungen drohen dem Verein Schadensersatzforderungen, der Entzug der Gemeinnützigkeit oder andere rechtliche Konsequenzen.

Es gibt zwei Haftungsfallen im Zusammenhang mit Spenden:

  • Ausstellerhaftung:
    Hier hat der Verein vorsätzlich oder grob fahrlässig eine Spendenbescheinigung fehlerhaft ausgestellt und haftet für die entgangene Steuer mit pauschal 30 % der Spendensumme, die in unrichtigen Spendenbescheinigungen ausgewiesen wurden. Der Ausstellerhaftung trifft grundsätzlich nur den Verein und keine für ihn handelnde natürliche Personen.
  • Veranlasserhaftung:
    Verwendet der Verein seine Spenden falsch, also nicht wie vom Spender vorgegeben oder nicht für steuerbegünstigte Zwecke, kann einerseits der Verein haften, aber auch die handelnde natürliche Person - und zwar mit ihrem Privatvermögen. Auch hier gilt: Die entgangene Steuer wird pauschal mit 30 % der fehlverwendeten Zuwendungen angesetzt.
    die Summe der fehlverwendeten Zuwendungen
    die Summe der fehlverwendeten Zuwendungen
    Summe der fehlverwendeten Zuwendunge

Klein- und Großspendenregelung

Spenden bis 200 Euro

Sofern die Spende maximal 200 Euro beträgt, benötigt das Finanzamt nicht zwingend eine Spendenbescheinigung zur steuerliche Absetzung der Spende. Hier genügt es, wenn der Spender eine Buchungsbestätigung seiner Bank als Nachweis zusammen mit seiner Steuererklärung beim Finanzamt einreicht. Darauf müssen folgende Angaben enthalten sein: 

  • Name und Kontonummer von Empfänger und Spender
  • Betrag (in Euro) & Buchungstag
  • Steuerbegünstigter Zweck
  • Angabe, ob es sich um eine Spende oder um einen Mitgliedsbeitrag handelt

 

Spenden über 200 Euro

Übersteigt die Spende den Grenzwert von 200 Euro, benötigt das Finanzamt vom Spender eine vom Verein ausgestellte Spendenbescheinigung. Beim Erstellen von Spendenbescheinigungen muss der Verein grundsätzlich die von der Finanzverwaltung bereitgestellten Muster verwenden. Je nach Spendenart und Spender gibt es unterschiedliche Muster-Spendenbescheinigungen. Diese können auf der Webseite des Bundesfinanzministeriums als ausfüllbare Formulare heruntergeladen werden.


Absetzbarkeit von Mitgliedsbeiträgen - gleiches Vorgehen wie bei Spenden

Übrigens sind Mitgliedsbeiträge für Vereine, die mildtätige, kirchliche, religiöse oder wissenschaftliche Zwecke verfolgen, genau wie Spenden, steuerlich absetzbar. Vereine können ihren Mitglieder eine Spendenbescheinigung für Mitgliedsbeiträge ausstellen, sodass die Mitglieder diesen Betrag in ihrer Steuererklärung als Sonderausgabe geltend machen können. Explizit ausgenommen hiervon sind  Mitgliedsbeiträge für Vereine, die folgende Zwecke fördern: Sport, Heimatpflege/Heimatkunde und Freizeitzwecke (Tierzucht, Pflanzenzucht, Kleingärtnerei, Karneval, Soldatenbetreuung, Amateurfunken, Modellflug, Hundesport, etc.).