Weitere Vereinsorgane


Welche weiteren Organe gibt es und wozu braucht man diese? 

Allgemein werden laut §26 und §32 BGB nur zwei Organe vorgeschrieben: Der Vorstand und die Mitgliederversammlung. Alle weiteren Organe oder Gremien sollten deutlich von diesen zwei Pflichtorganen abgegrenzt sein, u.a. durch die einzelne Bezeichnung des Gremiums. Da es hier keine gesetzlichen Vorschriften gibt, müssen alle Rechtsfragen in der Vereinssatzung geklärt werden, z.B. die Aufgaben, die einzelne Zusammensetzung, die Bestellung bzw. Ernennung, die Amtsdauer, die genaue Funktionsweise oder die Beschlussfassung der einzelnen Organe. Hier gilt auch ein Grundprinzip des deutschen Rechts: Niemand kann sich selbst kontrollieren, d.h. dass etwa Mitglieder des Vorstands nicht im Aufsichtsrat sein können, da dieser den Vorstand überwachsen soll. 

Hinweis: 

Manche Aufgaben müssen zwingend bei den Pflichtorganen bleiben. Zum Beispiel muss das Recht zur Vertretung gegenüber Dritter immer beim Vorstand bleiben.


Weitere häufige Organe können sein:

  • Die Geschäftsstelle
    Ein Geschäftsführer kann zusätzlich berufen werden, um u.a. den Vorstand zu entlasten, z.B. im Rahmen der Mitgliederverwaltung oder der Koordination von Arbeitsabläufen. Der Geschäftsführer kann ein alleinvertretungsberechtigtes Vorstandsmitglied sein oder ein „besonderes Vertreter“ neben dem Vorstand. Meist sind diese ehrenamtliche Vorstandsmitglieder oder hauptamtliche Geschäftsführer.

  • Der Kassenprüfer/Kassenwart
    Dieser ist im Gegensatz zum allgemeinen Glauben kein Pflichtorgan, ist aber meistens sinnvoll, da diese die Finanzen des Vereins überprüfen. Er wird in der Mitgliederversammlung berufen, darf aber kein Vorstandsmitglied sein.

  • Der Aufsichtsrat
    Der Aufsichtsrat ist vor allem bei Vereinen ratsam, die eine intensive wirtschaftliche Betätigung verfolgen, wie z.B. ein großer Fußballverein oder ein Automobilclub. Die Mitglieder des Aufsichtsrats überwachen als Kontrollgremium den Vorstand bzw. die Geschäftsführung, oder berät den Vorstand bei wirtschaftlichen Themen und Entscheidungen.