Gemeinnützige Vereine


Finanzen und Steuern

Steuervergünstigungen bei gemeinnützigen Vereinen

Grundsätzlich unterliegen Vereine der Körperschafts-, Gewerbe- und Umsatzsteuer. Je nach Eigentum des Vereins können auch weitere Steuern wie Kraftfahrzeug-, Grund- und Grunderwerbssteuer fällig werden.

1. Ertragssteuern

Gemeinnützige Vereine sind von der Körperschafts- und Gewerbesteuer befreit. Diese Steuervergünstigung gilt jedoch nicht für alle Einkünfte des Vereins, sondern nur für diejenigen, die innerhalb der steuerbegünstigen Gemeinnützigkeit liegen. Welche Einkünfte wie versteuert werden müssen und welche Einkünfte steuerfrei sind, wird durch folgende Tabelle ersichtlich:

 

Körperschafts- und Gewerbesteuern werden also nur im Bereich des wirtschaftlichen Geschäftsbetriebes fällig und nur dann, wenn die Jahreseinnahmen des Vereins aus allen steuerpflichtigen wirtschaftlichen Geschäftsbetrieben unter 35.000 Euro liegen. Überschreiten die Einnahmen diese Grenze, sind sie in voller Höhe zu versteuern.

Bei Kapitalerträgen in den steuerfreien Bereichen der Vermögensverwaltung und des Zweckbetriebs benötigt das Finanzamt einen Nachweis der Steuerbefreiung. Ansonsten fällt eine Abgeltungssteuer in Höhe von 25% an. Dieser Nachweis kann durch eine Nichtveranlagungsbescheinigung, eine beglaubigte Kopie des zuletzt erteilten Freistellungsbescheides oder bei neugegründeten Vereinen durch eine beglaubigte Kopie der vorläufigen Bescheinigung des Finanzamtes über die Anerkennung der Gemeinnützigkeit erfolgen.

Die Einnahmen durch Sponsoring können je nach Sachverhalt steuerfrei oder steuerpflichtig sein. So kann es sich zum Beispiel um Zuwendungen im ideellen Bereich handeln (steuerfrei), um Rechtenutzung aus dem Bereich Vermögensverwaltung (steuerfrei) oder um Werbeeinnahmen, die den wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb betreffen (steuerpflichtig).

Besitzt ein gemeinnütziger Verein viele verschiedene Einnahmequellen, kann es sich schwierig gestalten, bei den verschieden zu behandelnden Einnahmen hinsichtlich des Steuerrechts den Überblick zu behalten. Hier sollte notfalls ein Steuerberater hinzugezogen werden.

2. Umsatzsteuer

Bei der Umsatzsteuerpflicht muss zunächst unterschieden werden, ob der Verein den „Kleinunternehmerregelungen“ unterliegt oder nicht.

Als Kleinunternehmer wird unabhängig von der Tätigkeit des Vereins keine Umsatzsteuer fällig. Ein Verein wird als Kleinunternehmer angesehen, wenn der (Brutto-)Umsatz im Vorjahr unter 17.500 Euro lag und der Brutto-(Umsatz) im laufenden Jahr voraussichtlich die Grenze von 50.000 Euro nicht übersteigt.

Bei Vereinen deren Bruttojahresumsatz 17.500 Euro übersteigt, gelten folgende Regelungen:

  • Umsatzsteuerbefreiung bei Tätigkeiten im ideellen Bereich
  • Ermäßigter Steuersatz von 7 % bei Tätigkeiten im Bereich Zweckbetrieb
  • Ermäßigter Steuersatz von 7 % bei Tätigkeiten im Bereich Vermögensverwaltung, wenn nicht von vornherein umsatzsteuerfrei (z.B. Vermietung)
  • Regelsteuersatz (7% oder 19%) bei Tätigkeiten im Bereich wirtschaftlicher Geschäftsbetrieb

3. Lohnsteuer

Ein Verein muss Lohnsteuer zahlen, wenn er einen oder mehrere Angestellte hat. Als Angestellter oder Arbeitnehmer gilt jeder, der aufgrund eines Arbeitsvertrags der Verpflichtung nachgeht, seine Arbeitskraft durch Entgelt zur Verfügung zu stellen. Wer sich nicht sicher ist, ob seine Angestellten einem Arbeitsverhältnis unterliegen, kann dies in der Lohnsteuer-Durchführungsverordnung § 1 Abs. 2 LStDV nachlesen.

Wenn ein Verein Arbeitnehmer beschäftigt, fungiert er als Arbeitgeber uns muss daher folgende Pflichten erfüllen:

  • Anmeldung und Abführen der Lohnsteuer an das zuständige Finanzamt
  • Anmeldung und Abführen der Sozialabgaben an den Sozialversicherungsträger
  • Führen eines Lohnkontos für jeden Angestellten
  • Versteuerung nach den Merkmalen der Lohnsteuerkarte oder Pauschalisierung der Lohnsteuer (bei Minijobs)

Eine Pauschalisierung ist nur bei einer Minijob-Beschäftigung (bis 450 Euro / Monat) möglich. Der Arbeitnehmer ist größtenteils von der Abgabepflicht befreit. Er zahlt nur 3,6 Prozent seines Verdienstes in die Rentenversicherung ein. Der Verein muss insgesamt höchstens 31,2 Prozent an Abgaben zahlen, welche sich aus der Rentenversicherung, Krankenversicherung und dem Pauschalsteuersatz zusammensetzen.  

In der Regel sieht man folgende Beschäftigte nicht als Arbeitnehmer an:

  • Ehrenamtlich Tätige, die nur eine Kostenerstattung im Rahmen einer Aufwandspauschale erhalten (sogenannte „Ehrenamtspauschale“)
  • Hier muss jedoch der Freibetrag von 720 Euro im Jahr beachtet werden. Übersteigt die Ehrenamtspauschale diesen Betrag, muss die Differenz regulär versteuert werden.
  • Nebenberufliche Übungsleiter, die ihrer Tätigkeit durchschnittlich nicht mehr als sechs Stunden wöchentlich nachgehen

4. Sonstige Steuern

Schenkung- und Erbschaftssteuern für Zuwendungen an den Verein sind nur dann fällig, wenn die Zuwendung in den wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb fließt. Wird die Schenkung oder das Erbe für gemeinnützige Zwecke eingesetzt, ist die Zuwendung von der Schenkung- bzw. Erbschaftssteuer befreit.

Für die Kraftfahrzeug- und Grunderwerbssteuer gelten die gängigen gesetzlichen Regelungen. Hier bestehen keine Sonderregelungen für den Vereinsbereich. Gegebenenfalls kann der Verein von der Grundsteuer befreit sein. Dies entscheidet das zuständige Finanzamt auf Antrag im Grundsteuermessbetragsverfahren.

 

Die Internetseite des Bayerische Staatsministerium für Finanzen bietet weiteres, umfangreiches Informationsmaterial rund um das Thema Steuern, Spenden und Mitgliedsbeiträge.