Spenden und Spendenrecht


Finanzen und Steuern

Welche Vorschriften müssen der Verein und der Spender beachten?

Welche Vorschriften müssen der Verein und der Spender beachten? Eine Spende ist eine freiwillige Abgabe, für die man keine Gegenleistung erwartet. Für gemeinnützige Vereine sind Spenden eine willkommene Einnahmequelle. Der Verein muss diese nicht versteuern und kann sie sogar -falls ausdrücklich vom Spender vorgesehen- zur Vermögensbildung verwenden (Verlinkung „Vermögensbildung“ auf Text „Vermögen und Rücklagen“).

Der Spender profitiert in Form der steuerlichen Absetzbarkeit von seiner Spende.

1. Spendenarten

Es lassen sich grundsätzlich vier Spendenarten unterscheiden:


Gemeinnützige Vereine sind berechtigt, dem Spender für die oben genannten Spenden eine sogenannte Zuwendungsbescheinigung („Spendenquittung“) auszustellen.

Der Spender benötigt diese Zuwendungsbescheinigung, um die Spende steuerlich absetzen zu können. Spenden an gemeinnützige Organisationen kann der Steuerpflichtige in seiner Einkommenssteuererklärung nämlich als Sonderausgabe geltend machen (§10b EstG). Spenden sind bis zu 20 Prozent des Gesamtbetrags der Einkünfte als Sonderausgaben absetzbar.

2. Spenden unter 200 Euro

Solange die Spende maximal 200 Euro beträgt, wird keine Zuwendungsbescheinigung benötigt. Hier genügt ein Bareinzahlungsbeleg oder eine Buchungsbestätigung der Bank als Nachweis gegenüber dem Finanzamt des Spenders. Auf diesen Dokumenten müssen folgende Angaben enthalten sein, andernfalls werden sie vom Finanzamt nicht akzeptiert:

  • Name und Kontonummer von Empfänger und Spender
  • Betrag
  • Buchungstag
  • Steuerbegünstigter Zweck
  • Angabe, ob es sich um eine Spende oder um einen Mitgliedsbeitrag handelt
  • Beleg über die Gemeinnützigkeit des Vereins (Freistellung von der Körperschaftssteuer)

3. Spenden über 200 Euro

Übersteigt die Spende den Grenzwert von 200 Euro, benötigt das Finanzamt vom Spender eine vom Verein ausgestellte Zuwendungsbescheinigung.
Beim Erstellen der Zuwendungsbescheinigung muss der Verein grundsätzlich die von der Finanzverwaltung bereitgestellten Muster verwendet werden. Je nach Spendenart und Spender gibt es unterschiedliche Musterdokumente. Diese können auf der Webseite des Bundesfinanzministeriums als ausfüllbare Formulare heruntergeladen werden.

Die Zuwendungsbescheinigung muss von mindestens einer durch die Satzung oder Auftrag zur Entgegennahme von Zahlungen berechtigte Person unterschrieben werden. In Ausnahmefällen, welche beim zuständigen Finanzamt erfragt werden können, dürfen Zuwendungsbescheinigungen auch maschinell ohne eigenhändige Unterschrift erstellt werden.
Beim Ausstellen ist größte Sorgfalt geboten, da der Verein für die Richtigkeit der Angaben haftet. Bei vorsätzlichen oder grob fahrlässig falsch ausgestellten Zuwendungsbescheinigungen drohen dem Verein Schadensersatzforderungen oder andere rechtliche Konsequenzen. Dies gilt auch für die falsche Verwendung von Spendenmitteln.

Der Verein ist verpflichtet, den Erhalt der Spenden und anderer Zuwendungen (z.B. Erbschaft) ordnungsgemäß aufzuzeichnen und eine Kopie der Zuwendungsbescheinigungen aufzubewahren. Eine Aufbewahrung in elektronischer Form ist zulässig.

Wichtige Information für den Spender: Dank der sogenannten „Belegvorhaltepflicht“ muss die Zuwendungsbescheinigung nicht mehr im Original der Steuererklärung beilegt werden. Stattdessen muss nur noch die Summer der Spende unter den Sonderausgaben in der Steuererklärung eingetragen werden. Aber: Das Finanzamt kann den Spender jederzeit dazu auffordern, die Zuwendungsbescheinigung nachzureichen. Daher empfiehlt sich eine sorgsame Aufbewahrung der Zuwendungsbestätigungen.

4. Absetzbarkeit von Mitgliedsbeiträgen – gleiches Vorgehen wie bei Spenden

Übrigens sind Mitgliedsbeiträge für Vereine, die mildtätige, kirchliche, religiöse oder wissenschaftliche Zwecke verfolgen, genau wie Spenden abzugsfähig. Diese Vereine können ihren Mitgliedern eine Zuwendungsbescheinigung für die gezahlten Mitgliedsbeiträge ausstellen, sodass sie die Vereinsmitgliedschaft in ihrer Steuererklärung geltend machen können. Ausgenommen hiervon sind explizit Mitgliedsbeiträge für Vereine, die folgende Zwecke fördern: Sport, Heimatpflege/Heimatkunde und Freizeitzwecke (Tierzucht, Pflanzenzucht, Kleingärtnerei, Karneval, Soldatenbetreuung, Amateurfunken, Modellflug, Hundesport, etc.).