Körperschaftsteuer im Verein

Vereine sind Körperschaften und unterliegt prinzipiell dem Körperschaftsteuerrecht. Das bedeutet, wenn ein Verein Gewinne über eine bestimmte Freigrenze erzielt, ist darauf Körperschaftsteuer zu entrichten. Unter Umständen kann dies bei gemeinnützigen Vereinen ebenfalls der Fall sein. Die Körperschaftsteuererklärung ist daher für jeden Verein relevant.

 

  • In diesem Artikel erfahren Sie, wann ein Verein Körperschaftssteuer zahlen muss, wie hoch diese sind und welche Unterlagen Sie dafür benötigen. Ebenfalls wird die Körperschaftssteuer in Bezug auf gemeinnützige Vereine beleuchtet.

1. Wann muss ein Verein Körperschaftssteuer zahlen?

So wie der Bäcker um die Ecke der Einkommenssteuer unterliegt, müssen Vereine Ihre Einnahmen aus dem wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb der Körperschaftssteuer unterziehen. Denn ein Verein, der am Wirtschaftsleben teilnimmt, wird steuerlich ebenso behandelt. Das kann auch für gemeinnützige Vereine gelten, diese unterliegen jedoch besonderen Anforderungen.

a) Freigrenze

Die Körperschaftssteuer für Vereine betrifft jedoch nur Einnahmen aus dem wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb. Die Einkünfte aus den Zweckbetrieben (bspw. durch Mitgliedsbeiträge oder Spendenzahlungen) werden dabei nicht berücksichtigt. Überschreitet der Verein hier mit seinen Einkünften die Besteuerungsgrenze von 35.000€, muss dieser nach § 64 Abs. 3 AO Körperschaftssteuer errichten – unabhängig davon, ob er gemeinnützig ist oder nicht. 

Wichtig ist dabei zu beachten, dass es sich um eine Freigrenze handelt, nicht um einen Freibetrag! Das bedeutet, dass Einnahmen ab 35.001 Euro voll zu versteuern sind. 

Dabei werden alle wirtschaftlichen Aktivitäten eines Vereins oder Verbandes zusammengefasst und in der Summe für die Körperschaftssteuer beziffert. Die Summe aller wirtschaftlichen Aktivitäten entscheidet demnach darüber, ob und in welchem Umfang Körperschaftsteuer vom Verein gezahlt werden muss.

Saldierung von Einnahmen & Ausgaben

Vereine ermitteln die Einnahmen und Ausgaben einer jeden wirtschaftlichen Aktivität getrennt und stellen daraufhin fest, ob Sie einen Gewinn oder Verlust daraus erzielt haben. Wichtig dabei ist, dass Gewinne und Verluste somit verrechnet, bzw. saldiert werden können.

b) Zweckbetrieb vs. Wirtschaftlicher Geschäftsbetrieb

Zwar genießen nicht-gemeinnützige Vereine keine steuerlichen Privilegien hinsichtlich der Körperschaftssteuer, jedoch müssen nicht alle Einnahmen in die Ermittlung des steuerpflichtigen Gewinns aufgenommen werden. Hier gilt es Einnahmen aus dem ideellen Bereich (Zweckbetrieb) und dem wirtschaftlichen Bereich (Geschäftsbetrieb) zu unterscheiden:

Im ideellen Bereich verfolgen Vereine ihre in der Satzung definierten Zwecke, ohne dass wirtschaftliche Aktivitäten im Vordergrund stehen. Die Einnahmen von Mitgliedsbeiträgen fällt bspw. in den ideellen Bereich, da diese nicht primär auf wirtschaftliche Aktivitäten abzielen, sondern auf das Erreichen des Vereinszwecks – sie werden also nicht besteuert.

Der wirtschaftliche Bereich (Verkauf von Essen oder Vereinsartikeln) wird hingegen ebenso betrachtet wie die wirtschaftlichen Aktivitäten eines Unternehmens – hier werden Einnahmen also ab einem Betrag von 35.000€ voll versteuert.

Der wirtschaftliche Geschäftsbetrieb kann jedoch ebenfalls als Zweckbetrieb betrachtet werden, wenn dieser dazu dient den satzungsmäßigen Zweck des Vereins zu verwirklichen. Dabei wird vorausgesetzt, dass diese Zwecke ausschließlich mittels des wirtschaftlichen Geschäftsbetriebes erreicht werden können und der Verein nicht im größeren Umfang in Wettbewerb mit anderen Körperschaften tritt.

Ein Beispiel für einen solchen Zweckbetrieb sind Sportveranstaltungen eines Vereins. Hier können durch Ticketverkäufe oder Lebensmittelverkäufe Bruttoeinnahmen bis zu 35.000€ erzielt werden, ohne dass diese versteuert werden müssen.

c) Einfache Gewinnermittlung

Vereine, die ein Jahresumsatz von unter 500.000€ verzeichnen, oder Gewinne die 50.000€ Marke nicht überschreiten, genießen das Privileg einer vereinfachten Gewinnermittlung. Denn wenn diese Betragsgrenzen nicht überschritten werden, sind Vereine nicht buchführungspflichtig

Dies bringt zum einen geringeren Verwaltungsaufwand mit sich, zum anderen können Vereine ihren Gewinn als Überschuss der Betriebseinnahmen über die Betriebsausgaben ermitteln (Einnahme-Überschuss-Rechnung). Hierdurch wird die Gewinnermittlung vereinfacht und erleichtert, denn die Aufstellung von Bilanzen und Gewinn- und Verlustrechnungen aufgrund einer doppelten Buchführung entfällt. 

Prinzipiell werden folgende Einnahmen bei der Besteuerungsgrenze nicht berücksichtigt – und müssen somit nicht mit den wirtschaftlichen Aktivitäten verrechnet werden:

  1. Einnahmen im ideellen Bereich
  2. Einnahmen aus der steuerfreien Vermögensverwaltung
  3. Einnahmen aus einem Zweckbetrieb
  4. Einnahmen aus sportlichen Veranstaltungen

2. Wie hoch ist die Körperschaftsteuer für Vereine?

Die Körperschaftsteuer ist eine Steuer auf das Einkommen von Körperschaften wie der Verein eine Körperschaft darstellt – sie gilt aber ebenfalls für Kapitalgesellschaften und Genossenschaften. In all diesen Bereichen – und ebenso für Vereine, welche die Freigrenze überschritten haben – beträgt die Körperschaftssteuer 15 %

Dabei werden wirtschaftlichen Geschäftsbetriebe eines Vereines oder Verbandes werden saldiert. Vom verbleibenden Gewinn wird ein Freibetrag von 5.000 Euro abgezogen. Erst danach fällt das zu versteuernde Einkommen mit der Körperschaftsteuer von 15 % an.

3. Welche Unterlagen für Körperschaftsteuererklärung?

Jeder Verein ist dazu verpflichtet seine eventuelle Steuerpflicht zu prüfen und ggf. eine Steuererklärung abzugeben. Mindestens alle drei Jahre – oder nach Aufforderung des Finanzamtes – müssen Vereine eine Körperschaftssteuererklärung einreichen. Grundsätzlich geschieht das auf elektronischem Weg an das Finanzamt. 

Dabei muss der Verein die "Körperschaftsteuererklärung KSt 1" einreichen, in der allgemeine Daten zum Verein angegeben werden müssen sowie die in der KSt1 integrierte Gemeinnützigkeitserklärung „Anlage Gem.“ – Steuerbefreiung von Körperschaften, die gemeinnützigen, mildtätigen oder kirchlichen Zwecken dienen“ ebenfalls einzureichen ist.


Sofern der Verein von der Körpersteuerpflicht befreit werden soll, muss dieser in Zeile 17 erklären, dass es sich bei dem Verein um eine vollumfänglich von der Körperschaftsteuer befreite Körperschaft handelt.


Bei der Überschreitung der Freigrenze von 35.000€ sind Vereine und Verbände weiterhin dazu angehalten die "Anlage GK" einzureichen und die Zahlen der Gewinnermittlung in der "Anlage EÜR" darzustellen.


4. Gemeinnützigkeit & Körperschaftsteuer

Weiterhin unterscheidet das Steuerrecht zwischen Vereinen mit und ohne Status der Gemeinnützigkeit. Denn gemeinnützige Vereine genießen steuerliche Privilegien, da ihre Tätigkeit darauf ausgerichtet ist die Allgemeinheit auf materiellem, geistigem oder sittlichem Gebiet selbstlos zu fördern. Gemeinnützige Vereine unterliegen somit der Steuerbefreiung nach § 5 Abs. 1 Nr. 9 KStG.

Gemeinnützige Vereine unterliegen nur mit ihren wirtschaftlichen Geschäftsbetrieben der Körperschaftsteuer – also dort, wo sie sich außerhalb ihrer satzungszwecke gewerblich betätigen. Nach § 14 AO ist ein wirtschaftlicher Geschäftsbetrieb eine selbstständige, nachhaltige Tätigkeit, durch die Einnahmen oder andere wirtschaftliche Vorteile erzielt werden und die nicht Vermögensverwaltung ist. Diese gehört in den ideellen Bereich des Vereins (wie auch Mitgliedsbeiträge, Aufnahmegebühren und Spenden).

Dabei prüfen die Finanzämter in regelmäßigen Abständen – in der Regel alle 3 Jahre – ob weiterhin die Voraussetzung für die Gewährung für die Steuervergünstigungen weiterhin eingehalten werden. Das betrifft zum einen die Freigrenze von 35.000€ aus allen wirtschaftlichen Bereichen sowie die nach der Satzung und nach der tatsächlichen Geschäftsführung erfüllten Anforderungen für den Status der Gemeinnützigkeit.

Die Prüfung umfasst grundsätzlich die letzten drei Jahre, wobei der Schwerpunkt auf dem letzten Jahr liegt. Die Angaben sind deshalb nur für das letzte Jahr des Prüfungszeitraums zu machen. 


Wissen

Vereinswiki

Unser Wikipedia speziell für Vereine beantwortet alle Fragen von der Gründung bis zur Auflösung eines Vereins sowie steuerliche und rechtliche Themen. 

  1. Leitfaden Vereinsgründung
  2. Der Vereinsalltag eines e.V.
  3. Haftung & Versicherungen
  4. Finanzen & Steuern
  5. Besonderheiten im Sportverein

zum Wiki

Services

Steuerfreiersachbezug

Vereine haben können ihre Mitarbeiter mittels steuerfreier Sachzuwendungen langfristig an den Verein binden. Durch unsere Ehrenamt-Karte, haben diese Zugang zu diversen Angeboten, welche individuell ausgesucht und von den zusätzlichen 44€ /Monat finanziert werden können.

  1. Sachbezüge (44€)
  2. Geschenke (60€)
  3. Internetzuschuss (50€)
  4. Markenbotschafter (21€)
  5. Sachzuwendungen (10.000€)

zu den Sachzuwendungen

Services

MitgliederBenefits

MitgliederBenefits ist eine kostenfreie Vorteilsplattform, 
die sich an Mitglieder von Vereinen und Verbänden richtet.

  1. Gigantische Auswahl an Marken- und Trendprodukten
  2. TOP-Qualität und spannende Aktionen
  3. Schnelle Anmeldung
  4. Verifizierte Sicherheitsstandards
  5. Komplett kostenfrei

zu den Rabatten

Services

Marketingkonzepte

Marketingstrategien sind vielfältig. Online können Sie die Website oder Social Media Kanäle bewerben. Offline können Flyer und Events die Bekanntheit des Vereins verbreiten. Emails sowie Fotoaufnahmen können ebenfalls genutzt werden. e24 kann Ihnen helfen, die für Ihren Verein relevanten Marketingstrategien zu erarbeiten.

  1. Öffentlichkeitsarbeit
  2. Internetauftritt
  3. Printmedien

zum Marketinggespräch

Services

Beratung für Vereine

Ziel unserer Beratung ist es, zukunftsfähige Konzepte für Ihren Verein zu entwickeln, z.B. durch die Optimierung bisheriger Vereinsstrukturen, die richtige Gestaltung des Vereinsangebots oder durch die Erschließung neuer Zielgruppen.

  1. Strategieberatung
  2. Mitgliederbindung
  3. Marketingberatung
  4. Digitalisierung im Verein

zum Strategiegespräch

Services

Workshops für Vereine

Wir bieten Ihnen informative und lehrreiche Vorträge zu vereinsrelevanten Themen - damit Ihr Verein gegen jegliche Risiken optimal abgesichert und für die Zukunft aufgestellt ist. Die Inhalte der Schulung lassen sich je nach Bedarf flexibel gestalten.

  1. Agiles Projektmanagement
  2. Software, Plattform, digitale Projekte
  3. Mitgliederverwaltung
  4. Strategien für Vereine und Verbände
  5. und vieles mehr!

zu den e24-Workshops