Besteuerung für Vereine


Steuern im Verein

Anders als bei Einzelhändlern wird bei der Besteuerung für Vereine die Körperschaftssteuer betrachtet. Außerdem kommen Gewerbe- & Umsatzsteuer sowie Lohnsteuer hinzu. Allerdings haben gemeinnützige Vereine, welche die Umsatzgrenze nicht überschreiten, keine Körperschaftsteuer zu zahlen. 

 

  • Mit unseren Steuertipps für Vereine können Sie als Vorstand und Ihr Verein die Finanzen einsparen, welche Sie für das Ehrenamt und Ihre Gemeinnützigkeit nutzen wollen!

Muss ein Verein Steuern zahlen?

Die Anerkennung der Gemeinnützigkeit ist ein großer Vorteil im Ehrenamt, da Vereine durch diesen Status besonderen Regelungen bei der Besteuerung unterliegen, insbesondere können sich Einsparung im Bereich der Körperschafts-, Gewerbe- und Umsatzsteuer ergeben und somit keine oder nur ermäßigte Steuerabgaben fällig werden. Diese Steuervergünstigung gilt jedoch nicht für alle Einkünfte des Vereins, sondern nur für diejenigen, die der Satzung nach innerhalb der steuerbegünstigten Gemeinnützigkeit, also dem Ehrenamt liegen. 

 

Doch wann liegt eine Gemeinnützigkeit vor?

Ein gemeinnütziger Zweck liegt vor, wenn der Zweckbetrieb des Vereins darauf ausgerichtet ist, die Allgemeinheit selbstlos zu fördern - auf materiellem, geistigem oder sittlichem Gebiet. Hierunter fallen z.B. die Förderung der Jugend- und Altenhilfe, Förderung von Kunst und Kultur oder die Förderung von Sport. Welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen, damit der Geschäftsbetrieb den Status der Gemeinnützigkeit erlangt und in welche Tätigkeitsbereiche diese unterteilt werden, finden Sie in unserem Artikel „Erlangung der Gemeinnützigkeit“.

 

Welche Einkünfte bei einem gemeinnützigen Verein einer Besteuerung unterliegen und welche Einkünfte für den Vorstand steuerfrei sind, wird durch folgende Tabelle ersichtlich:



Welche weiteren Vereinsformen gibt es noch?

In Bezug auf die Begriffswelt des Vereins gibt es – je nach Geschäftsbetrieb – relevante Unterschiede zwischen einzelnen Vereinsformen. So kann ein Verein der Satzung nach einen wirtschaftlichen oder nicht wirtschaftlichen Zweckbetrieb verfolgen sowie im Vereinsregister eingetragen sein oder nicht. Die verschiedenen Formen sowie deren steuerlichen Merkmale werden auf der Seite zu den "Vereinsformen" genauer erläutert.

 


Vereinssteuern

  1. Ertragssteuer für Vereine

Die Ertragssteuer für Vereine, bestehend aus Körperschafts- und Gewerbesteuern, wird nur im Bereich des wirtschaftlichen Geschäftsbetriebes fällig und nur dann, wenn die Jahreseinnahmen des Vereins aus steuerpflichtigen wirtschaftlichen Geschäftsbetrieben unter 35.000 Euro liegen.

 

Das bedeutet, dass in der Regel steuerbegünstigte Vereine keine Körperschaftsteuer zu zahlen haben! Überschreiten die Einnahmen im Ehrenamt jedoch die Umsatzgrenze, muss der Vorstand die Steuern in voller Höhe zu versteuern.

 

Bei Kapitalerträgen in den steuerfreien Bereichen der Vermögensverwaltung sowie im Zweckbetrieb benötigt das Finanzamt einen Nachweis der Steuerbefreiung vom Ehrenamt – ansonsten fällt für die Finanzen eine Abgeltungssteuer in Höhe von 25% an. Dieser Nachweis kann durch eine Nichtveranlagungsbescheinigung, eine beglaubigte Kopie des zuletzt erteilten Freistellungsbescheides oder bei neugegründeten Vereinen durch eine beglaubigte Kopie der vorläufigen Bescheinigung des Finanzamtes über die Anerkennung der Gemeinnützigkeit erfolgen.

Sofern insgesamt die Bruttoeinnahmen eines Vereins zusammen mit der Umsatzsteuer über der Umsatzgrenze von 35.000 EUR und der Gewinn des Vereins über 5.000 EUR beträgt, dann werden vom Geschäftsbetrieb Steuern abgeführt. In diesem Fall hat der Verein eine Körperschaftsteuer von 15% sowie einen Solidaritätszuschlags von 5,5% zu zahlen.

Einnahmen durch Sponsoring im Ehrenamt können je nach Sachverhalt steuerfrei oder steuerpflichtig sein. So kann es sich zum Beispiel um Zuwendungen im ideellen Bereich handeln (steuerfrei), um Rechtenutzung aus dem Bereich Vermögensverwaltung (steuerfrei) oder um Werbeeinnahmen, die den wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb betreffen (steuerpflichtig). 


Für Einsparungen in Steuern sind für Vereine folgende Dokumente einzureichen:  

  • Gemeinnützigkeitserklärung („Gem 1“)
  • Steuererklärung für das letzte Jahr
  • Kassenberichte und Einnahmeüberschussrechnungen
  • Rechnungslegung für alle Jahre
  • Protokolle der Mitgliederversammlungen
  • Geschäfts- oder Tätigkeitsberichte

  1. Umsatzsteuer

Bei der Umsatzsteuerpflicht für Vereine muss zunächst unterschieden werden, ob der Verein den „Kleinunternehmerregelungen“ unterliegt oder nicht. Anders als bei der Körperschafts- und Gewerbesteuer werden bei der Umsatzsteuer daher nicht die Gewinne des Geschäftsbetriebs, sondern die Umsätze des Vereins besteuert.

Bereiche, die unternehmerisches Handeln erfordern und somit der Umsatzsteuer i.S.d. Kleinunternehmers unterliegen sind bspw.: Eintrittsgelder für Turniere, Sportunterricht oder Einnahmen durch Werbung für eine Marke.  Als Kleinunternehmer wird dem Vorstand unabhängig von Satzung und Tätigkeit des Vereins keine Umsatzsteuer fällig.
 

Ein Verein wird im Geschäftsbetrieb als Kleinunternehmer gemäß § 19 UstG angesehen, wenn:

  • der (Brutto-)Umsatz des Vereins im Vorjahr unter 17.500 Euro lag
  • und der Brutto-(Umsatz) im laufenden Jahr voraussichtlich die Grenze von 50.000 Euro nicht übersteigt.

 

Bei Vereinen deren Bruttojahresumsatz 17.500 Euro übersteigt, gelten folgende Regelungen:

  • Umsatzsteuerbefreiung bei Tätigkeiten im ideellen Bereich des Vereins
  • Ermäßigter Steuersatz von 7 % bei Tätigkeiten im Bereich Zweckbetrieb
  • Ermäßigter Steuersatz von 7 % bei Tätigkeiten im Bereich Vermögensverwaltung, wenn nicht von vornherein umsatzsteuerfrei (z.B. Vermietung)
  • Regelsteuersatz (7% oder 19%) bei Tätigkeiten im Bereich wirtschaftlicher Geschäftsbetrieb 

Müssen Vereine eine Steuererklärung abgeben?

Gemeinnützige Vereine werden alle drei Jahre hinsichtlich der Ertragssteuer daraufhin überprüft, ob die Voraussetzungen für die Steuerbefreiung noch gegeben sind. Vereine müssen aber i.d.R. keine Steuererklärung abgeben! Das Finanzamt prüft jedoch in den genannten Intervallen inwieweit die Voraussetzungen für die Erhaltung der Gemeinnützigkeit im Verein noch gegeben sind.


  1. Lohnsteuer für Vereinsmitglieder

Gemeinnützigkeit befreit nicht von der Lohnsteuerabgabe. Ein Verein muss Lohnsteuer an die Vereinsmitglieder zahlen, wenn er Angestellte hat. Als Arbeitnehmer gilt jeder, der sich aufgrund eines Arbeitsvertrags verpflichtet, seine Arbeitskraft durch Entgelt bereit zu stellen. 

Wer sich nicht sicher ist, ob seine Angestellten einem Arbeitsverhältnis im Geschäftsbetrieb, bzw. im Ehrenamt unterliegen, kann dies in der Lohnsteuer-Durchführungsverordnung § 1 Abs. 2 LStDV nachlesen. Hier findet der Vorstand Informationen zu Steuern und Abgaben für Mitarbeiter des Vereins.

 

Wenn ein Verein Arbeitnehmer beschäftigt, fungiert der Vorstand als Arbeitgeber. Deswegen muss der Vereinsvorstand folgenden Steuerpflichten nachkommen:

  1. Anmeldung und Abführen der Lohnsteuer an das zuständige Finanzamt
  2. Anmeldung und Abführen der Sozialabgaben an den Sozialversicherungsträger
  3. Führen eines Lohnkontos für jeden Angestellten
  4. Versteuerung nach den Merkmalen der Lohnsteuerkarte oder Pauschalisierung der Lohnsteuer (bei Minijobs) 

 

Die Besteuerung des Vereins für die Finanzen der Arbeitsentgelte unterscheidet sich je nach Arbeitsverhältnis im Ehrenamt. Demnach ist eine Pauschalisierung nur bei einer Minijob-Beschäftigung (bis 450 Euro / Monat) möglich – unabhängig von der Satzung. Der Arbeitnehmer ist größtenteils von der Abgabepflicht befreit. Der Vereinsvorstand muss hingegen insgesamt höchstens 31,2% an Abgaben zahlen, welche sich aus der Rentenversicherung, Krankenversicherung und dem Pauschalsteuersatz zusammensetzen. Bei einem höheren Verdienst als 450 EUR zahlen Arbeitnehmer und Arbeitgeber Abgaben von jeweils 50%.

 

Für folgende Beschäftigte im Geschäftsbetrieb wird jedoch keine Lohnsteuer fällig, denn sie werden in der Regel nicht als Arbeitnehmer des Vereins angesehen:

  • Im Ehrenamt engagierte Freiwillige, also ehrenamtlich Tätige, die nur eine Kostenerstattung im Rahmen einer Aufwandspauschale erhalten (sogenannte „Ehrenamtspauschale“)
  • Hier muss jedoch der Freibetrag von 720 Euro im Jahr beachtet werden. Übersteigt die Ehrenamtspauschale diesen Betrag, wird die Differenz regulär mit Steuern belegt.
  • Nebenberufliche Übungsleiter für Vereine, die ihrer Tätigkeit durchschnittlich nicht mehr als sechs Stunden wöchentlich nachgehen muss der Verein nicht in die Steuererklärung aufnehmen

Empfehlung für die korrekte Abfuhr von Vereinssteuern:

Besitzt ein gemeinnütziger Verein viele verschiedene Einnahmequellen, kann es sich für den Vorstand schwierig gestalten, bei den verschieden zu behandelnden Finanzen hinsichtlich des Steuerrechts den Überblick zu behalten. Hier sollte der Vorstand notfalls ein Steuerberater hinzuziehen, um Finanzen und Steuern fehlerfrei abzuführen.


Sonstige Besteuerungen

Steuern für Vereine für Zuwendungen i.S.d. Schenkung und Erbschaft sind nur dann fällig, wenn die Zuwendung, bzw. Finanzen, in den wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb fließen. Wird die Schenkung oder das Erbe für den gemeinnützigen Zweckbetrieb, also das Ehrenamt eingesetzt, sind die erhaltenen Finanzen von der Schenkung- bzw. Erbschaftssteuer befreit – und der Vorstand kann diese der Vermögensverwaltung zuschreiben.

Für die Kraftfahrzeug- und Grunderwerbssteuer gelten auch für Vereine die gängigen gesetzlichen Regelungen – unabhängig von der Satzung. Hier bestehen keine wirtschaftlichen Sonderregelungen für den Vereinsbereich. Gegebenenfalls kann der Verein von der Grundsteuer befreit sein. Dies entscheidet das zuständige Finanzamt auf Antrag im Grundsteuermessbetragsverfahren unter Bezugnahme des Zweckbetrieb des Vereins.


Spenden und Steuern im Verein

Der Verein muss bei Spenden keine Steuern abgeben und kann sie sogar – falls ausdrücklich vom Spender vorgesehen – zur Vermögensbildung und Vermögensverwaltung verwenden. Eine Spende ist eine freiwillige Abgabe, für die man keine Gegenleistung erwartet.

Für den Vorstand gemeinnütziger Vereine sind Spenden eine willkommene Einnahmequelle, um das Ehrenamt und den nicht wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb zu finanzieren. 

Welche Vorschriften die Vereine um Thema Steuern und Spenden an das Ehrenamt beachten müssen, finden Sie in unserem Artikel zu: Spenden und Spendenrecht. Hier wird näher auf Finanzen und Vermögensverwaltung von Spenden im Verein eingegangen.