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Mitgliedsbeitrag im Verein – Das solltest du wissen


  |   Laura Apel

Vereinsleben

Grundlagenwissen zum Mitgliedsbeitrag

Grundsätzlich steht es Vereinen frei, ob sie von ihren Mitgliedern einen festgelegten Beitrag erheben wollen. Da die Mitgliedsbeiträge häufig die einzig wirklich stabile Geldquelle für den Verein darstellen, sind viele Vereine darauf angewiesen.

Im Falle einer Beitragspflicht, ist der Verein verpflichtet, dies vorab in der Satzung zu regeln. Wichtig ist, die Beitragspflicht so detailliert wie nötig, aber so allgemein wie möglich zu formulieren. Was genau das heißt, warum das so ist und was du rund um das Thema Mitgliedsbeiträge wissen solltest, kannst du in diesem Beitrag nachlesen.

 

1) Was muss in der Satzung stehen?

     a) Beitragsarten

     b) Formulierungsbeispiel

     c) Beitragsordnung

2) Wie wird eine Aufnahmegebühr erhoben?

3) Was sind beitragsfreie Mitglieder?

4) Wie wird der Mitgliedsbeitrag berechnet? 

5) Was gibt es bei der Erhöhung des Mitgliedsbeitrags zu beachten?

     a) Beitragserhöhung richtig angehen

     b) Beitragserhöhung frühzeitig und transparent kommunizieren

     c) Beitragserhöhung umfassend begründen

6. Wann sind Mitgliedsbeiträge fällig?

7. Welche Form des Beitragseinzugs gibt es?

8. Gibt es eine Verjährungsfrist?

9. Fazit


1. Was muss in der Satzung stehen?

Die Vereinssatzung muss Bestimmungen darüber enthalten, ob und wenn ja, welche Beiträge die Mitglieder des Vereins zahlen müssen. Fehlt eine solche Regelung in der Satzung, kann der Verein nicht in das Vereinsregister eingetragen werden. Wie der Verein die Beitragspflicht in der Satzung regelt, steht ihm frei. Es gibt dazu keine konkreten Vorschriften. Erforderlich ist nur, dass er die Beiträge beschreibt. 


a) Beitragsarten

Unter „Beiträgen“ können nach Auffassung des Gesetzgebers neben Geld auch andere mitgliedschaftliche Pflichten, die ein Vereinsmitglied zur Förderung des Vereinszwecks zu erfüllen hat, verstanden werden. Dazu zählen zum Beispiel:

  • Geldbeiträge
  • Arbeitsleistung
  • Sachleistungen
  • Aufnahmegebühren

b. Formulierungsbeispiel für die Satzung

"Die Mitglieder haben Mitgliedsbeiträge – .......(Art der Beiträge ist anzugeben, z.B. Geldbeiträge, usw.) – zu leisten. Die Höhe und Fälligkeit der Mitgliedsbeiträge wird durch die Mitgliederversammlung festgesetzt."


c. Beitragsordnung

Um nicht jedes Mal eine Satzungsänderung durchzuführen, wenn der Verein die Mitgliedsbeiträge anhebt, können die Beitragspflichten der Mitglieder in einer gesonderten Beitragsordnung geregelt werden. Die Vereinssatzung muss – wie bereits erwähnt – lediglich Regelungen darüber enthalten, ob und wenn ja, welche Beiträge von den Mitgliedern zu leisten sind und dient damit als Ermächtigungsgrundlage für die Beitragsordnung. So kann die von der Mitgliederversammlung beschlossene Höhe der Beiträge idealerweise in einer von der Mitgliederversammlung beschlossenen Beitragsordnung festgehalten werden.


2. Wie wird eine Aufnahmegebühr erhoben?

Soll von den Mitgliedern bei der Aufnahme in den Verein eine Aufnahmegebühr erhoben werden, muss das ebenfalls in der Satzung festgelegt werden. Ohne Satzungsgrundlage sind weder die Mitgliederversammlung noch der Vorstand dazu berechtigt, die Erhebung einer Aufnahmegebühr zu beschließen.

Will der Verein eine Aufnahmegebühr erheben, empfiehlt es sich, diese sozial ausgewogen zu staffeln. Ein denkbarer Vorgang wäre es, sich an dem jeweiligen zu entrichtenden Monatsbeitrag zu orientieren. Dieser kann je nach Person, z.B. Kinder, Schüler / Studenten, Familien, unterschiedlich hoch sein. Die Höhe der Aufnahmegebühr kann auch davon abhängig sein, wann die Neuaufnahme in den Verein erfolgt. In der Satzung kann das so formuliert werden:

 

"Das Mitglied verpflichtet sich, bei Eintritt in den Verein eine Aufnahmegebühr zu entrichten. Die Aufnahmegebühr berechnet sich wie folgt: 

 

  • Eintritt bis 30. Juni: ein voller Monatsbeitrag
  • Eintritt ab 1. Juli: ein halber Monatsbeitrag"

3. Was sind beitragsfreie Mitglieder?

Bei der Gründung eines Vereins kann in der Satzung festgelegt werden, dass bestimmte Mitgliedergruppen, wie zum Beispiel Ehrenmitglieder, beitragsfrei gestellt werden. Dabei handelt es sich um das sog. Sonderrecht der Ehrenmitglieder. Eine solche Regelung kann im Zuge einer Satzungsänderung nur eingeführt werden, wenn alle beitragspflichtigen Mitglieder zustimmen. Ohne diese Regelung ist keine Beitragsfreiheit möglich.

 

 

Hinweis: Ein Ehrenmitglied ist ein Vereinsmitglied, das aufgrund seiner oder ihrer Verdienste dazu ernannt wird.


4. Wie wird der Mitgliedsbeitrag berechnet?

Bei der Berechnung des Mitgliedsbeitrags ist es am besten, fair und transparent vorzugehen. Diese Formel zur Berechnung kann dabei sehr hilfreich sein.   

 


5. Was gibt es bei der Erhöhung des Mitgliedsbeitrags zu beachten?

Wo früher ein One Pager im Briefkasten der Anwohner ausreichend war, muss es heute eine Webseite sein. Außerdem muss das Vereinsheim renoviert werden und die Einkäufe für das Sommerfest müssen getätigt werden. Da kann es vorkommen, dass die Mitgliedsbeiträge irgendwann nicht mehr ausreichen.

Die Erhöhung der Mitgliedsbeiträge ist ein sensibles Thema. Regelmäßig gibt es auf Mitgliederversammlungen Streit darüber, ab wann die Beitragserhöhung greift oder ob sie auch rückwirkend möglich ist. Dies ist nur dann der Fall, wenn die Vereinssatzung das ausdrücklich erlaubt. Grundsätzlich entscheidet die Mitgliederversammlung über die Höhe des Beitrags. In der Vereinssatzung kann allerdings vereinbart werden, dass der Vorstand über die Höhe entscheiden kann.


a) Beitragserhöhung richtig angehen

Um den Frieden im Verein zu wahren, sollte darauf geachtet werden, immer nur kleine und angemessene Beitragserhöhungen vorzunehmen. Als Entscheidungshilfe für die Erhöhung kann dabei ein Wert von 20 % und eine Obergrenze von 50 % des ursprünglichen Beitrags dienen. Zudem kann es sinnvoll sein, eine Staffelung der Mitgliedsbeiträge anzubieten, um wirtschaftlich weniger gut aufgestellten Mitgliedern die Mitgliedschaft weiterhin zu ermöglichen.

Um im Falle einer gerichtlichen Überprüfung auf der sicheren Seite zu stehen, sollte sich an den Beitragssätzen ähnlicher Vereine orientiert werden. Mitgliedsbeiträge die deutlich über dem Durchschnitt liegen, sind nur dann zulässig, wenn der Verein ein Alleinstellungsmerkmal hat, dass einen Vergleich unmöglich macht. 


b)  Beitragserhöhung frühzeitig und transparent kommunizieren

Ob die Beitragserhöhung von den Vereinsmitgliedern akzeptiert wird, hängt maßgeblich von der Qualität der vereinsinternen Kommunikation ab. Um für Verständnis zu sorgen, sollte die geplante Beitragserhöhung stets vor der jeweiligen Mitgliederversammlung angekündigt und umfassend begründet werden.


c) Beitragserhöhung umfassend begründen

Es ist sehr wahrscheinlich, dass in der Mitgliederversammlung eine Diskussion auftreten wird, ob die Erhöhung der Beiträge eine Notwendigkeit darstellt und wirklich gerechtfertigt ist. Um bestmöglich auf die Diskussion vorbereitet zu sein, hier einige hilfreiche Tipps:

  • Übersicht erstellen, wie sich die Einnahmen und Ausgaben (Kosten) des Vereins in den letzten Jahren / seit der letzten Erhöhung entwickelt haben
  • Leistungen des Vereines besonders herausstellen
  • Beitragserhöhung entsprechend den Satzungsvorgaben vorbereiten, damit sie im Anschluss zügig durchgeführt werden kann
  • Besser auf moderate, kontinuierliche Beitragserhöhungen setzen und größere Sprünge vermeiden
  • Die Sorgen und Nöte der Vereinsmitglieder ernst nehmen und eine Lösung finden, mit der alle gut umgehen können

6. Wann sind Mitgliedsbeiträge fällig?

Ob der Beitrag vierteljährlich, halbjährlich oder einmal im Jahr zu leisten ist, muss in der Vereinssatzung geregelt sein. In der Beitragsordnung sollte darauf geachtet werden, konkrete Zahlungstermine für die Vereinsbeiträge zu nennen. 

„Jedes Mitglied hat einen Jahresbeitrag zu leisten. Dieser ist am 1. März des Geschäftsjahres fällig. Für die Rechtzeitigkeit der Zahlung kommt es auf den Eingang des Mitgliedsbeitrags auf dem Vereinskonto an.“

Durch diese Formulierung gerät ein Mitglied automatisch in Zahlungsverzug, wenn die Mitgliedsbeiträge nicht bis zum 1. März auf dem Vereinskonto gutgeschrieben sind.


7. Welche Formen des Bankeinzugs gibt es?

Für den Beitragseinzug stehen verschiedene Formen zur Verfügung. Welche am besten zu dem Verein und den jeweiligen Mitgliedern passt, sollte individuell entschieden werden. Hier eine kleine Auswahl:

  • Barzahlung
  • Einzelüberweisung
  • Dauerauftrag
  • SEPA-Lastschriftverfahren 

8. Gibt es eine Verjährungsfrist?

Die Verjährungsfrist für Mitgliedsbeiträge beträgt gemäß §195 BGB drei Jahre. Um die Zahlungsfähigkeit des Vereins nicht zu gefährden, sollte auf eine fristgerechte Erhebung der Beiträge geachtet werden und eine Nichtzahlung verfolgt werden.


9. Fazit

Mitgliedsbeiträge sind und bleiben ein sensibles Thema für jeden Verein. Dennoch sind sie enorm wichtig, da sie häufig die einzig stabile Finanzquelle für den Verein darstellen. Um Unstimmigkeiten im Verein zu vermeiden, sollte stets transparent und ehrlich mit den Mitgliedsbeiträgen umgegangen werden. Zudem sollte zwingend darauf geachtet werden, Mitgliedsbeiträge und ähnliche Beiträge wie eine Aufnahmegebühr rechtskräftig bei Vereinsgründung in die Satzung aufzunehmen.



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